Chronik des Reit-, Fahr- und Pferdezuchtverein Nußloch

Gründungsgeschichte

Die Besatzungsmächte ließen es nach dem Krieg nicht zu, dass es in Deutschland wieder Reitervereine gibt, aus Angst vor einer vormilitärischen Ausbildung. Doch gelang es im Frühjahr 1948 einigen Pferdefreunden aus Walldorf, nach langen Verhandlungen, die Genehmigung zur Gründung eines Reit-, Fahr und Pferdezuchtvereins zu erhalten. Dadurch wurde Walldorf der erste Ort mit einem Reiterverein im nordbadischen Raum. Dieser Verein trat die Nachfolge des im Jahre 1928 gegründeten Reitgesellschaft an. Aber auch aus Nußloch traten einige Freunde der Reiterei dem Walldorfer Verein bei: so Dr. Karl Mayer, Ludwig Feuerer II, Ludwig Hofmann und Irmgard Ring. An Pfingsten 1949 nahm der Reiterverein Walldorf am ersten Nachkriegsturnier in Forst bei Bruchsal teil. Dieses Turnier war ein voller Erfolg. Der Verein errang 16 Siege! Ludwig Hofmann aus Nußloch errang auf der Stute "Ursula" (Besitzer Ludwig Feurer) einen Sieg in der Dressurprüfung in der Klasse A und einen Sieg im Jagdspringen Klasse A (offen für alle Reiter und Pferde). In vielen Umzügen örtlicher Vereine nahmen Ludwig Feurer und Ludwig Hofmann als Vorreiter teil und machten auf diese Weise die Reiterei in Nußloch populär. Der weite Weg nach Walldorf zu den Reitstunden, der Erfolg eines Nußlocher Reiters in Forst und die zunehmende Zahl der Pferdefreunde im hiesigen Ort ließen in Ludwig Feurer und Ludwig Hofmann den Entschluss reifen in Nußloch einen Reiterverein zu gründen.

Am 10. August 1949 trafen sich zum ersten Mal in dem Gasthaus "Zum Badischen Hof" 11 Pferdefreunde, um über die Gründung eines Reitervereins zu sprechen. Trotz Anwesenheit des damaligen Bürgermeisters Helmut Frei, kam man zu keinem abschließenden Ergebnis.

Nach sorgfältiger Vorbereitung und Gewinnung neuer Interessenten war es dann am 19. September 1949 soweit: Im Gasthaus "Zum Badischen Hof" in Nußloch trafen sich 22 Pferdefreunde und beschlossen einen Reiterverein zu gründen, mit dem Namen:
Reit-, Fahr- und Pferdezuchtverein Nussloch. Der Verein wurde ins Vereinsregister eingetragen.

In die Vorstandschaft wurden gewählt: 1. Vorsitzender: Dr. Karl Mayer 2. Vorsitzender: Karl Lächele Reitlehrer: Ludwig Hofmann 2. Reitlehrer: Ludwig Feurer Kassier: Karl Feurer Beisitzer: Peter Stumpf und Erich Kreuzwieser (alle aus Nußloch).

Der Montagsbeitrag wurde auf monatlich DM 0,50 festgesetzt. Ferner wurde beschlossen die Pferde zu versichern. Die Satzungen wurden von dem Reitlehrer L. Hofmann nach dem Walldorfer Muster ausgearbeitet und einstimmig genehmigt.

 

Die Reitturniere - besondere Ereignisse beim Reit-, Fahr- und Pferdezuchtverein Nussloch

In seiner über 50jährigen Tradition gelang es dem RVN gern besuchte Reitturniere mit dem gewissen "Drumherum", mit dem besonderen Flair unseres ländlichen Vereins zu gestalten. Diese Pferdesportveranstaltungen, diese Reiterfeste sind aus unserem Vereinsleben nicht wegzudenken. Sie haben Tradition und werden noch eine lange Zukunft haben. Diese Reitsportereignisse waren und sind auf das große Engagement, auf die Eigeninitiative, auf die Herzlichkeit und auf die Kreativität der Mitglieder bei der Entwicklung, der Vorbereitung und Durchführung aufgebaut. Schon immer waren die Nußlocher Turniere nicht nur Sportveranstaltungen, sondern richtige Reiterfeste. Sportlicher Wettbewerb, Geselligkeit und eine schöne Atmosphäre gehören bei unserem Verein einfach zusammen. Mit "erleben Sie faszinierenden Pferdesport und genießen Sie ein attraktives Rahmenprogramm", sind heute diese Reiterfeste treffend beschrieben.

Das Erlebnis der Nußlocher Reitturniere, die lange Tradition der Nußlocher Reiterfeste wollen wir am Bespiel einiger dieser Reitsportveranstaltungen in Wort und Bild nochmals lebendig werden lassen.

 

Die Turniere auf dem Waldsportplatz

Bereits im Jahre 1950, also ein Jahr nach der Gründung, wurde das Ringturnier "Badische Pfalz" nach Nußloch vergeben. Als Zeitpunkt wurde der 7. Mai festgelegt. Die enormen Vorbereitungen erforderten den ganzen Einsatz aller Mitglieder. Der "alte" Waldsportplatz wurde für diesen Zweck hergerichtet, die notwendigen Hindernisse in Eigenregie angefertigt. Zum Turnier erschienen acht Vereine mit über 100 Pferden. Ein solch buntes Reiterbild hatte Nußloch bis dahin noch nicht gesehen. Bei herrlichem Sonnenschein sammelten sich an diesem 7. Mai 1950 die Reiter und zogen in einem langen Reiterzug unter klingendem Spiel durch die engen Gassen von Nußloch über die Sinsheimer Straße hinauf zum Waldsportplatz. Schon vor dem eigentlichen Beginn der Wettkämpfe war dieser Weg von der Rheinebene hinauf zu den Erhebungen des Odenwalds eine herausragende Leistung der Warm- wie Kaltblutpferde. Es war für die Besucher wie für die Aktiven eine tolle Einstimmung in dieses Turnier. Ein Blick in die Ausschreibung dieses 1. Nußlocher Reit,- Fahr- und Springturniers vermittelt sehr gut den Sport der damaligen Turniere auf dem Waldsportplatz:

Ausschreibung A: Reiterprüfung für Anfänger und Jugendliche, die nach dem 1. April 1949 das Reiten gelernt haben.

Ausschreibung B: Dressurprüfung Klasse A, getrennt nach Kalt- und Warmblut, für Reiter, die noch keine Turniersiege errungen haben und nicht in Ausschreibung A gestartet sind.

Ausschreibung C: Dressurprüfung Klasse A, für Reiter, die nicht in Ausschreibung A und B starten konnten.

Ausschreibung D: Jagdspringen Klasse A, für Anfänger und Fortgeschrittene, die noch keine Turniersiege errungen haben. a) Kaltblut, 6 Sprünge in der Höhe von 50 cm b) Warmblut, 8 Sprünge in der Höhe von 70 cm Richtverfahren nach Fehler und Zeit.

Ausschreibung E: Jagdspringen Klasse A, für Reiter, die schon Turniersiege errungen haben, und die nicht in Ausschreibung D gestartet sind. 10 Sprünge nicht über 90 cm. Richtverfahren nach Fehler und Zeit.

Ausschreibung F: Fahrprüfung für Ein- und Mehrspänner

Ausschreibung G: Abteilungsreiten. Alle Vereine werden gebeten, ihre acht besten Pferde vorzustellen. Dazu stehen dem Verein 10 Minuten zur Verfügung.

Ausschreibung H: Reiterspiele, Apfelreiten, Geschicklichkeitsübungen, Auf- und Absatteln usw.

Einsatz: Das Nenngeld in jeder Ausschreibung beträgt DM 1,-

Ehrenpreise: Ehrenpreise werden je nach Beteiligung ausgegeben.

Nennungsschluss: Der letzter Termin für die Abgabe der Nennungslisten und Nennungsgelder ist der 25. April 1950.

Nennungsgelder: Die Nennungsgelder sind an die Bezirkssparkasse Heidelberg, Nebenstelle Nußloch unter Kontonummer ... mit dem Vermerk "Reiterturnier" zu überweisen.

Nennungslisten: Die Nennungslisten sind an Herrn Ludwig Hofmann, Nussloch, Kaiserstr. 34, einzusenden.

Für diejenigen Vereine, die einen weiten Anmarschweg haben und deshalb schon einen Tag früher eintreffen, werden wir ein anständiges Quartier besorgen, für Pferd und Reiter. Mit Rücksicht auf die Futtermittelknappheit im vergangenen Jahr, bitten wir die einzelnen Vereine, das Futter für die Pferde mitzubringen. Ferner bitten wir die Vereine, uns die Anzahl der Reiter und Pferde, die schon einen Tag früher kommen, bis zum 25. April zu melden.

Für Unfälle haftet der Verein nicht.

Mit Reitergruß! Die Turnierleitung

Auch die Pferdenamen klangen anders als heute: Lotte, Hannelore, Siglinde, Fritz, Sultan u.ä.. Dieses Turnier, bei dem auch Nußlocher Reiter und Nußlocher Pferde an der Siegerehrung teilnahmen, war für den Reitverein und für den Pferdesport in Nußloch ein großer Erfolg.

Eine besondere Ehrung wurde bei diesem Turnier dem Pferd Achill mit seinem Betreuer H. Klauer aus Heidelberg-Rohrbach zuteil. Achill erlebte Stalingrad sowie den ganzen 2. Weltkrieg mit, konnte glücklich heimkehren und nahm erfolgreich an Pferdeveranstaltungen teil.

Diese Turniere, diese Reiterfeste auf dem "alten" und später auch auf dem "neuen" Waldsportplatz wurden jährlich durchgeführt. Weil aber dieses Gebiet zur Erweiterung des Steinbruchgeländes benötigt wurde, musste der Reitverein 1956 von dem schönen Waldsportplatz Abschied nehmen.

 

Die Epoche der Gartenfeste mit dem etwas anderen Nußlocher Pferdesport

Die ungeklärte Platzfrage sowie die in der Landwirtschaft voll einsetzende Strukturveränderung wirkten sich negativ auf den Reitverein und damit auch auf seine Turniere aus. Es war eine für den Reitsport schwierige Zeit. Zwar verringerte sich die Zahl der aktiven Mitglieder aber dafür entwickelten diese mit großem Elan unter den gegebenen Bedingungen erstaunliche Strukturen für den Reitsport Nussloch. Engagement für die Pferde, Flexibilität und Kreativität ermöglichten das Überleben des Pferdesports in unserer Gemeinde. In diesen Jahren wurde teils auf gemeindeeigenem, aber auch auf privatem Gelände geritten. Man wechselte von der Kiesgrube Wagner an der Walldorfer Straße zum Gäns-Garten an der Massengasse, von hier aus zu einem Gelände hinter der Mühle und weiter zum Strohmorgen am Römerweg. Turniere in der bisherigen Form konnten aufgrund dieser Rahmenbedingungen nicht mehr stattfinden. Stattdessen wurde ein "etwas anderer Nußlocher Pferdesport" entwickelt. HerrIiche Hubertus-Jagden wurden durchgeführt und das vielbeachtete Schaureiten veranstaltet. Die Nachbarvereine, die noch aktiv waren, nahmen gerne an diesen Pferdesportveranstaltungen teil. Besonders auch der Geselligkeit wegen. Denn dieser Pferdesport war eingebettet in ein Nußlocher Reiterfest. Es war die Zeit der Gartenfeste des Reitvereins, die sich - auch dank dem damaligen Pferdesport - immer größerer Beliebtheit erfreuten. Sie war ein fester Bestandteil der Veranstaltungen in unserer Gemeinde geworden. Als 1966 die Gemeindeverwaltung unserem Verein einen festen Reitplatz der Lichtenau zuteilte, war dies für den Reitsport in Nußloch eine ganz wichtige, eine ganz positive Zukunftsperspektive.

 

Die Reitturniere in der Lichtenau

Der zugeteilte Reitplatz an der St. llgener Straße in der Lichtenau wurde in eigener Regie und in EigenIeistung nutzbar gemacht. Mit größtem Engagement und viel Schweiß entstand Schritt für Schritt aus einem ehemaligen Kiesgrubengelände eine gelungene Reitanlage mit Umzäunung, mit einem Vereinsstall und einem Schulungsraum - natürlich in Eigenleistung. Damit wurden nicht nur für den Pferdesport, sondern auch für Pferdesportveranstaltungen gute Voraussetzungen geschaffen. Auf dieser Reitanlage wurden entsprechend der vorhandenen Möglichkeiten die Tradition der Nußlocher Reitturniere fortgesetzt und weiter entwickelt. Beispielhaft für diese Veranstaltungen auf dem alten Reitgelände (das sind heute die Parkplatzbereiche) in der Lichtenau kann das Jahr 1974 stehen. Nach der Totenehrung wurde das Reiterfest auf der Reitanlage Lichtenau samstags eröffnet. Ab 20.00 Uhr feierte man im Festzeit. Gemütliches Beisammensein mit der Kapelle Specht-Bauer war angesagt. Der Sportteil begann am Sonntag mit einer A-Dressur. Dieser Teil des Reiterfestes wurde fortgesetzt mit einer Reiterprüfung für Junioren, mit einer Reiterprüfung für Jugendliche, mit der Springprüfung für Junioren und mit der Springprüfung für Jugendliche. Die Springprüfung der Klasse A schloss mit der Siegerehrung den Sportteil ab. Aber noch lange nicht diesen Turniertag. Denn ab 18.00 Uhr spielte die Feuerwehrkapelle im Rahmen des Gartenfestes zur Unterhaltung der Besucher groß auf. Am Montag waren ganz besonders die älteren Herrschaften zum Frühschoppen, und nachmittags die Kinder zum Kinderreiten eingeladen. Mit Musik und der Ziehung der Gewinnlose anlässlich der Ponyverlosung klang dieses Reiterfest aus. Diese Turniere auf der alten Reitanlage Lichtenau ermöglichten Turnierspost, Freude und Erholung zugleich. Sie boten darüber hinaus Schaureiten, Kutschfahren und das sehr beliebte Kinderreiten. Es waren regional ausgerichtete Veranstaltungen, die auch den Kindern und der Reiterjugend viele Möglichkeiten einräumte. Jugendarbeit und Jugendförderung waren auch bei diesen Veranstaltungen des Reitvereins fest verankert und legten für die Zukunft diese wichtige Struktur.

Große Sorgen bereiteten die Überlegungen der Gemeinde, dass im Zuge der Realisierung der Gesamtsportanlage die vorhandene Reitsportanlage den notwendigen Parkplätzen weichen und verlegt werden sollte. Zunächst war diese Entscheidung der Gemeinde Mitte der 70er Jahre als Schock empfunden worden. Im Nachhinein zeigte sich, dass das neue Gelände - die heutige Vereinsanlage - unglaublich viel Kraft und Energie forderte, aber für die Zukunft hervorragende Möglichkeiten eröffnete. So entstand bis heute mit Unterstützung der Gemeinde eine großzügige, richtungsweisende Reitsportanlage mit Spring-, Dressur- und Trainingsplätzen, einer Reithalle, einem Vereinsstall, einer Führanlage sowie einem Multifunktionsgebäude, einem Küchen- und Sanitärbereich. Unser Verein hatte für die Pferde hervorragende Bedingungen sowie für den Reit- und Turniersport ausgezeichnete Möglichkeiten geschaffen. Schon vor vielen Jahren sagte der langjährige 1. Vorsitzende, Herr Gernot Reichert mit gerechtfertigter Zufriedenheit über diese Reitanlage: "Diese Anlage hat einmal ein "S" verdient." Und er sollte Recht behalten. Leider konnte er dies nicht mehr erleben.

Schritt für Schritt wurden die Nußlocher Reitturniere im sportlichen Bereich erweitert, die Möglichkeiten der jeweiligen Zeit ausgeschöpft. Die Grundzüge der Nußlocher Reiterfeste blieben dabei erhalten, Es waren regionale Turniere der Kategorien C/B bis zur Klasse M. Es waren Pferdesportveranstaltungen mit dem besonderen Flair unseres ländlichen Vereins. Der Reitverein Nußloch als Turnierveranstalter erfreute sich immer größerer Beliebtheit. Gleich dreimal (1982, 1985, 1989) wurden die Ringmeisterschaften des Reiterrings Badische Pfalz nach Nusslochs vergeben. 1987 und 1988 gingen mehr als 600 Pferde an den Start. Es war guter Reitsport mit einem gern angenommenen "Drumherum" auf der gepflegten Vereinsanlage in Nussloch. Es waren sehr beliebte Reiterfeste. Die Programmhefte dieser Epoche der Nußlocher Reitturniere bringen den Charakter dieser Reiterfeste zum Ausdruck. Spezielle Prüfungen für die Reiterjugend. wie z.B. die Führzügelklasse, den Reiterwettbewerb, den Dressur, sowie den Springreiterwettbewerb, die E-Dressuren oder die E-Springen, waren genauso ausgeschrieben wie Prüfungen für junge Pferde. Außerdem wurde den Turniereltern Dressur- und Springsport von der Klasse A bis zur Klasse M angeboten. Auch Vielseitigkeitswettbewerbe waren im Programm. Die Besucher konnten eine große Breite des faszinierenden Pferdesports auf der gepflegten Reitanlage in der Lichtenau erleben sowie sich um den Sport herum amüsieren. Musikalische Unterhaltung, Reiten und Kutschfahrten für die Kinder, Vorführungen der Voltigiergruppe und das "Gartenfest" in der Reithalle umrahmten den sportlichen Teil. Und natürlich gab es leckere Speisen und erfrischende Getränke. Jeder konnte genießen und schöne Stunden beim Reitverein verbringen.

 

Die Nusslocher Pferdesporttage

Der Reitverein wäre nicht der Reitverein wenn er sich nicht Gedanken darüber machen würde, ob und wie eine Steigerung, eine Weiterentwicklung seiner Turniere möglich wäre. So entstand unter der Mitwirkung von Isa und Claus Homeyer-Fröhling die Idee von den Nusslocher Pferdesporttagen. Sie sollten mehr sein als eine Reitsportveranstaltung. Durch eine kreative Mischung aus hochkarätigem Dressur- und Springsport, angenehmer Atmosphäre und einem bunt gemischtem Rahmenprogramm sollte ein Sportevent entstehen, das jedem etwas zu bieten hat. Fairer sportlicher Wettkampf und Mannschaftsgeist, Spaß, Freude und interessante Unterhaltung sollten ebenso Facetten sein, wie die Jugendförderung und die Unterstützung von Jugendlichen. Das Motto "Nußloch - Freunde treffen bringt diese Philosophie treffend zum Ausdruck. Gleichzeitig wurden - unterstützt durch die Gemeinde Nußloch und durch Freunde - mit dem Multifunktionsgebäude, mit dem neuen Küchen- und Sanitärbereich sowie mit der professionellen Überarbeitung der Reitplätze beste Voraussetzungen geschaffen. So fanden 1999 zum ersten Mal in Nußloch bei herrlichem Wetter mit dem 1. Internationalen Jugend-Dressurfestival sowie mit dem Reit- und Springturnier Prüfungen bis zur Klasse S statt. Ein sehr attraktives, vielseitiges und sehr gut angenommenes Rahmenprogramm ergänzte diesen Spitzensport. Neu war auch, dass das erste Wochenende ausschließlich dem Dressursport, dem Internationalen Jugend-Dressurfestival mit Mannschaftswertung, gewidmet war und dass der Springsport am zweiten Wochenende im Mittelpunkt stand. An beiden Wochenenden der Nusslocher Pferdesporttage konnte die Aktion "Kinder unterm Regenbogen" von Radio Regenbogen großartig unterstützt werden. Für die viel beachtete und sehr gelungene Premiere erhielten wir von allen Seiten Anerkennung und Lob. Für uns bedeutete die erfolgreiche Premiere Freude, Bestätigung und Motivation. Dem sehr oft geäußerten Wunsch, die Nusslocher Pferdesporttage mögen auch im Jahre 2000 stattfinden, kamen wir gerne nach. Es war und es ist bis heute unser Ziel, diese Veranstaltung weiter zu optimieren. Nach den Prüfungen der Klasse S** im Jahr 2000 erlebten wir bei der dritten Auflage der Nusslocher Pferdesporttage bei "Nußloch 2001 - wieder Freunde treffen" u.a. mit der Tour 25 und den Qualifikationen zum Bundeschampionat eine weitere Aufwertung des Sportteils. Amtierende Europameister, Deutsche Meister, Landesmeister, Kaderreiter, ganz erfolgreiche Reiter sowie Reiterinnen und sehr starke Pferdportler aus Belgien, aus den Niederlanden, aus Luxemburg und der Schweiz hatten 2001 gemeldet. Das Teilnehmerfeld in Nußloch war noch nie so hochkarätig.

Es sollte aber noch besser kommen. Aufgrund der hervorragenden organisatorischen Leistungen, dem großartigen Engagement aller Mitarbeiter und den gelungenen Veranstaltungen wurde das Jugend-Dressurfestival 2002 mit dem Pferdesportpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet und wurde zudem zum Besten Dressurturnier Baden-Württemberg gewählt.

 

Dressur-EM Jun/JR 2007

Mit diesem Hintergrund und dem Wissen ein großartiges, tatkräftiges Team im Rücken zu haben, bewarb sich der RVN schließlich zu den Dressur-Europameisterschaften der Junioren und Jungen Reiter. Zu diesem Zeitpunkt glaubte wohl noch keiner an eine wirkliche Chance den Zuschlag zu diesem Top-Event zu bekommen. Nach der Besichtung der Anlage durch den Bundestrainer und das DOKR, der Nominierung zum EM-Kandidaten durch das DOKR, war es im August 2004 dann schließlich soweit: in Dänemark vergab die FEI die Dressur-EM der Junioren und Jungen Reiter für 2007 an Nussloch. Unser Verein ging damit dem bisherigen Höhepunkt des Nußlocher Pferdesports entgegen.

Am Dienstag, 10. Juni 2007 war es schließlich soweit. Mit dem Vet-Check begann die Dressur-EM der Junioren und Jungen Reiter in Nußloch, die damit zum ersten Mal nach Baden-Württemberg vergeben wurden. 28 Nationen - eine Rekordzahl - hatten sich zu diesem Pferdesportereignis angemeldet. Dominiert wurden die 5 EM-Tage allerdings von den ReiterInnen aus Deutschland, den Niederlanden und Italien, die alle 6 zu vergebenden Meistertitel unter sich ausmachten.

Die Ergebnisse:

Mannschaft – Junioren:
Gold: Deutschland (Jill de Ridder, Fabienne Lütkemeier, Miriam Maurer, Victoria Michalke)
Silber: Niederlande (Mara de Vries, Merel Peper, Chantal van Lanen, Michelle van Lanen)
Bronce: Italien (Charlotte Lindsten, Matilde Villa, Chiara Biliotti, Maddalena Zambaiti)

Mannschaft – Junge Reiter:
Gold: Niederlande (Inge Verbeek, Marrigje van Baalen, Diederik van Silfhout, Lotje Schoots)
Silber: Deutschland (Tom Berg, Christin Schütte, Kristina Sprehe, Verena van der Linde)
Bronce: Italien (Micol Rustignolli, Beatrice Zambaiti, Federica Scolari, Valentina Truppa)

Einzelwertung – Junioren:
Gold: Jill de Ridder (GER) / FBW Disco Boy
Silber: Fabienne Lütkemeier (GER) / Bouton
Bronce: Chantal van Lanen (NED) / Beaujolais

Einzelwertung – Junge Reiter:
Gold: Christin Schütte (GER) / Hohenstaufen
Silber: Kristina Sprehe (GER) / Royal Flash
Bronce: Valentina Truppa (ITA) / Chablis - nach Punktegleichstand mit Verena van der Linde entschieden die besseren Fußnoten

Kür – Junioren:
Gold: Chantal van Lanen (NED) / Beaujolais
Silber: Fabienne Lütkemeier (GER) / Bouton
Bronce: Jill de Ridder (GER) / FBW Disco Boy

Kür – Junge Reiter:
Gold: Valentina Truppa (ITA) / Chablis
Silber: Lotje Schoots (NED) / Reine B
Bronce: Christin Schütte (GER) / Hohenstaufen

Neben den EM-Prüfungen wurde auch ein EURO-KIDS-CUP - ein Führzügel-Wettbewerb für die Jüngsten - ins Leben gerufen. 20 Teilnehmer aus ganz Baden-Württemberg konnten sich für das Finale in Nußloch qualifizieren. Die Finalteilnehmer ritten - wie die EM-Teilnehmer im großen Viereck um den Sieg und wurden u.a. vom früheren Olympiamannschaftssieger Martin Schaudt beurteilt.

Trotz der teils kräftezehrenden Anstrengungen vor und während der Europameisterschaft, darf dieses Event als voll gelungen bezeichnet werden, und wird allen - Organisatoren, Sponsoren, Teilnehmern und Besuchern - in guter Erinnerung bleiben. Das Lob von allen Seiten entschädigte für den aufwendigen Kraftakt der Ausrichtung einer solchen Turnierveranstaltung.
Obwohl im gleichen Jahr in Mannheim die Europameisterschaften der Springreiter stattgefunden hatten, wurde der kleine Nußlocher Reitverein vom Landesverband Baden-Württemberg für seine EM als bester Veranstalter geehrt.

 

Neue Ideen: das Internationale Jugend-JUMPionat

Nach der EM 2007 kehrte zunächst wieder etwas Ruhe ein. Die Pferdesporttage 2008 fielen etwas kleiner aus - u.a. auch bedingt durch den Bau der zweiten, größeren, Reithalle auf dem Gelände des vorigen Außenreitplatzes. Wegen der Baustelle musste das zweite Wochenende wegen zu wenig Abreitemöglichkeiten ausgesetzt werden. Das Internationale Jugend-Dressurfestival fand wie gewohnt an Pfingsten 2008 statt.

Aber selbst nach Ausrichtung einer EM entwickelt Nußloch weiterhin neue Ideen. 2009 beginnt also ein neues Projekt seinen Stapellauf: das Internationale Jugend-JUMPionat als Pendant zum Jugend-Dressurfestival.

 
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Reit-, Fahr- und Pferdezuchtverein Nußloch e.V. - 2011